Alleine Reisen – Oh là là Paris – ein Erfahrungsbericht

Letztes Jahr habe ich mir eine neue Erfahrung gegönnt und bin alleine verreist. Da mein Freund einen Männerurlaub geplant hatte, dachte ich mir, ich nutze die Möglichkeit um das erste Mal alleine in den Urlaub zu fahren. Ich war zwar vorher schon alleine im Ausland, allerdings berufsbedingt. Alleine gereist war ich bisher jedoch noch nicht.

Nach einigen Überlegungen zum Urlaubsziel und dem Gedanken, ob ich vielleicht die ganz spirituelle Tour machen und alleine wandern gehen soll, kam dann aber ganz schnell der Gedanke nun endlich mal nach Paris zu fahren. So ganz alleine mal eine Stadt erfahren – das fand ich spannend.

Wie wird es sein, wenn man die Eindrücke nicht direkt mit Jemandem teilen kann – ich bin normalerweise ein Mensch, der seine Freude durch das Teilen mit anderen auslebt- wie wird das nun sein, wenn ich das „nur“ mit mir alleine erleben? Werde ich mich außerdem zeitweise einsam fühlen? Wird mir langweilig werden?

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Ich kann diese Fragen ganz schnell und eindeutig beantworten: Paris eignet sich wunderbar zum alleine reisen.

Ich habe mich keine Sekunde einsam gefühlt und von Langeweile keine Spur. Am interessantesten fand ich allerdings, dass ich die ganzen Erlebnisse, Eindrücke und Momente sehr gut mit mir selbst ausmachen konnte. Manchmal ging mir durch das Erlebte schon das Herz ein bisschen über und ich hätte mir meinen Partner in Crime gewünscht – aber es funktioniert auch so sehr gut. Und durch whatsapp waren mein Freund und meine Familie nur einen Klick entfernt und ich konnte die Momente am Ende des Tages mit ihnen teilen. Ich habe mich übrigens bewusst dazu entschieden keine Auslands-Internet-Option zu buchen, sondern unterwegs wirklich mal offline zu sein. Das hat wunderbar geklappt und war eine tolle Erfahrung.

Wie sonst auch, habe ich mir vorab eine Liste an Orten, Bauwerken, Geschäften und Restaurants zusammengesucht, die ich gerne besuchen wollte. Für den ersten Tag hatte ich online einen tollen Guide gefunden, mit Hilfe dessen man einen ersten groben Überblick über die Stadt bekommt. Mehr dazu in meinem Cityguide Paris Post. Somit war mein Programm für den ersten Tag fix und ich konnte mich ins Getümmel stürzen. Aus meiner Erfahrung ist dies ein guter Tip für das alleine reisen – sich vorab einen (groben) Plan machen, was man am ersten Tag besichtigen will – so kommt man schon mal in der Stadt an, kann über die ersten Eindrücke eine Nacht schlafen und fühlt sich am nächsten Tag schon viel heimischer.

Für die kommenden Tage habe ich mir morgens immer ein paar Eckpunkte notiert, die ich gerne an diesem Tag besuchen würde. Das mache ich sowieso gerne bei Städtereisen, beim alleine reisen gibt es einem jedoch eine zusätzliche Struktur.

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Die Erfahrung alleine zu verreisen hat sich in vielfacher Sicht gelohnt. Zum einen ist Paris natürlich eine wundervolle Stadt, die mich einfach in ihren Bann gezogen hat. Zum anderen war es einfach ein tolles Erlebnis. Ich bin immer mal wieder in netten Smalltalk mit Leuten gekommen (und habe mich mit meinem Schulfranzösisch sehr gut geschlagen), ich habe es genossen alleine in einem der tollen Straßencafés zu sitzen, die Leute zu beobachten und das Gefühl für die Stadt einzusaugen, in meinem eigenen Rhythmus durch die Stadt zu schlendern und mir Zeit zu nehmen um Fotos zu machen, mit meiner Videokamera zu experimentieren und die Gedanken schweifen zu lassen (das geht natürlich auch wunderbar, in der Stadt der Dichter und Denker).

Ich kann es jedem nur empfehlen, sich auf das „Abenteuer alleine reisen“ einzulassen. Dabei kann man sich die Komfortzone so stecken, wie es einem beliebt. Ob Sprünge auf andere Kontinente alleine zu erleben (das stelle ich mir auch sehr spannend vor), ob es ein anderes Land, ein anderes Bundesland- oder auch nur ein Ort 100km von Zuhause entfernt ist, ich fand es eine tolle Erfahrung mal ganz alleine Urlaub zu machen, mich mal nur auf mich zu fokussieren (mit allen Vor- und Nachteilen) und mir eine Stadt in meinem eigenen Tempo, komplett nach eigenen Interessen zu erschließen.

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Tips, um in das Abenteuer alleine reisen zu starten

 

  • Such Dir eine schöne Unterkunft, in der Du dich wohlfühlst. So hast Du ganz schnell ein Zuhause in der noch fremden Umgebung

 

  • Mache Dir vorab einen kleinen Plan, was Du besichtigen möchtest – so kannst Du Dir, wenn Du möchtest, die Tage strukturieren

 

  • Beachte die Ankunftszeit. Es ist schöner während des Tages anzukommen und bereits etwas von der Stadt sehen zu können. Dann fühlt man sich am ersten Abend schon viel heimischer.

 

  • Ein gutes Buch, ein Notizbuch, Malzubehör, Bastelmaterial, ein Fotoapparat oder Videokamera – nimm Dir ein paar Dinge mit, die Dir Freude und Beschäftigung bereiten – der Vorteil beim alleine reisen ist, dass Du deine Gedanken mal wieder ganz frei schweifen lassen kannst und Dir mal wieder Zeit für Dinge, die im Alltag zu kurz kommen, nehmen kannst.

 

  • Genieße es! In vollen Zügen!

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