Kopenhagen – über Designgespür und gutes Essen

Einer der tollsten und inspirierendsten Urlaube 2015 war ein einwöchiger Städtetrip nach Kopenhagen. Nachdem wir zu meinem 30. Geburtstag (2014) 4 Tage in Stockholm verbracht haben, hat sich bei uns die Liebe zu Skandinavien eingenistet. Vorab waren wir ehrlicherweise etwas zwiegespalten, inwiefern Kopenhagen mit Stockholm mithalten können würde – da wir sagenhafte Tage in Schweden gehabt hatten. Aber Kopenhagen hat sich in nur kürzester Zeit in unser Herz geschlichen und es sich sehr gemütlich gemacht.

Das Designgespür der Skandinavier ist einfach unschlagbar. Allein das Gespür für Innenbeleuchtung ist fantastisch und alle Café, Shops und Läden sind einfach gemütlich und schön. Das skandinavische Design tut einfach dem Herzen gut. Das dänische Wort „hyggelig“ beschreibt es ganz treffend: gemütlich, geborgen, angenehm. Und da es mit Worten schwer herüberzubringen ist, lasse ich meine Fotos, ergänzt mit meinen Tipps, sprechen:

 

Kulinarik wird in Kopenhagen großgeschrieben

Zum Frühstück haben wir ein unangefochtenes Lieblingslokal gefunden: Das Kompa’9. Das Lokal fasst das oben beschriebene Designgespür zusammen: unangestrengt und hyggelig. Das große Frühstück besteht aus getoastetem Roggenbrot, Wurst und Käse, einem gekochten Ei, Joghurt mit Müsli und einem Glas Apfelsaft. Auf dem Foto sieht man die Portion für zwei Personen – diese ist perfekt ausreichend und sättigt für einen laufintensiven Tag in der Stadt.

namakalee-kopenhagen-kompa9Kompa’9 – 1208 k Kompagnistraede 9 – Stadtteil Indre By

 

Ein zweiter Tipp ist das Parterre. Es besticht durch ähnliches Design und ebenfalls grandioses Essen. In Kopenhagen gibt es Split Level, sodass viele Läden und Cafés im Souterrain sitzen – im Parterre sitzt man dadurch mit den Fenstern auf der Höhe des Gehweges. Eine wirklich spannende Perspektive.

Das Parterre lässt sich sehr gut mit einem Besuch der Vor Frelser Kirke und Christiania (siehe unten) verbinden, da alle im gleichen Stadtteil liegen.

namakalee-kopenhagen-parterreParterre – Overgaden Oven Vandet 90 – Stadtteil Christianshavn

 

Wir haben einen Fahrrad-Ausflug in den Stadtteil Orestad gemacht, da ich mir insbesondere ein Gebäude des Architekturbüros BIG anschauen wollte: Das 8 tallet. Hierzu werde ich mal einen gesonderten Post schreiben, da es von der Durchmischung der Wohnformen einfach wahnsinnig spannend ist – hier schlägt mein Stadtplaner-Herz. Im Erdgeschoss des Gebäudes gibt es das Café 8 tallet in dem wir frühstücken waren – und es war fantastisch. Orestad grenzt direkt an ein Naturschutzgebiet und so hat man vom Restaurant einen atemberaubenden Blick auf die Landschaft. Das Essen war auch wieder hervorragend.

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Café 8 tallet – Richard Mortensens Vej 81 – Stadtteil Orestad

 

Eines unserer kulinarischen Highlights war der Street Food Market auf der Papierinsel – gegenüber der Innenstadt. Hier vereint sich die Lässigkeit Kopenhagens mit dem hohen Standard an fantastischem Essen. Das Design ist dem Konzept entsprechend günstig und praktikabel – jedoch wieder einmal sehr hochwertig umgesetzt. Die Dänen überzeugen auch hier wieder mit einer Gemütlichkeit, die ich außerhalb Skandinaviens noch nie gefunden habe. Die Preise auf dem Street Food Market sind moderat. Wir haben den Besuch mit einer kleinen Fahrradtour durch die Stadt kombiniert, so lernt man gleich noch die andere Uferseite kennen. Und anschließend kann man sich wohlverdient durch das Angebot schlemmen.

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Copenhagen Street Food – Trangravsvej 14 – Papiroen

 

Und als ob das nicht schon genug der kulinarischen Ergüsse wäre, möchte ich euch noch die Markthalle (Torvehallerne) ans Herzen legen. Sie bildet einen interessanten Gegenpol zum provisorisch angehauchten Konzept des Street Food Markets. Auch hier gibt es Essensstände aus aller Herren Länder – jedoch in einem gläsernen Schaukasten, der einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wir haben uns für „Banh-Mi“ bei LêLê Street Kitchen entschieden. Banh-Mi sind vietnamesische Baguettes – knuspriges Brot, das mit leckerem vietnamesischen Zutaten gefüllt ist und in der Kombination eine Geschmacksexplosion ergibt. Für mich war dies das überraschendste Essen in ganz Kopenhagen.

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Torvehallerne KBH, Frederiksborggade 21

 

Ein weiterer Stop auf der schier unendlichen Liste an leckeren Hotspots war der Meatpacking District. Die Transformation vom Schlachthofviertel zum neuen gastronomischen Szenetreff ist wahrlich gelungen. Die Cafés und Restaurants haben den Schlachthof-Charme total unterschiedlich aufgegriffen – bei manchen Restaurants kommt noch die rohe – leicht makaber anmutende – Atmosphäre durch, andere haben eine heimelige Umgebung geschaffen. Ob zum Frühstück (unser Liebling war das NOHO) oder abends auf einen Burger (lasst euch hier einfach von eurem Gefühl leiten, da jedes Restaurant besonders ist) – Das Viertel ist definitiv einen Besuch wert.

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Meatpacking District – Kodbyen – Stadtteil Vesterbro

 

Sehenswürdigkeiten

Der Rundetaarn (runden Turm) bietet einen Aufstieg der besonderen Art: Man besteigt die Aussichtsplattform über Kopenhagen nicht über Treppen, sondern über eine wunderschöne Rampe – einmalig. Hier ist wirklich der Weg das Ziel – die Lichtstimmung, während man die Rampe hinaufgeht ist immer wieder anders und so ist bereits der Auf- und Abstieg ein Erlebnis. Die Aussicht über Kopenhagen ist natürlich ebenfalls atemberaubend.

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Rundetaarn – Købmagergade 52A – Stadtteil Indre By

 

Als ob man Aussichtsplattformen in Kopenhagen nicht auf die normale Art und Weise erschließen könnte, bietet die Vor Frelsers Kirke einen noch atemberaubenderen Aufstieg als der Rundetaarn (im wahrsten Sinne des Wortes!) Die Aussichtsplattform ist nichts für ganz schwache Nerven, da man die letzten luftigen Meter außen am Kirchturm in einer Wendeltreppe aufsteigt. Ein faszinierendes Erlebnis, das auch mal für schlackernde Knie sorgen kann. Und die Aussicht ist wohlverdient.

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Vor Frelsers Kirke – Sankt Annæ Gade 29 – Christianshavn

 

Eine interessante Entdeckung war die Freistadt Christiania. Das Gebiet ist eine ehemalige Militärkaserne und lag brach, bevor es in den 70er Jahren von Hausbesetzern eingenommen wurde, die gegen den Mangel an bezahlbarem Wohnraum protestierten. Bis heute wird dies geduldet und so hat sich ein alternatives Wohnquartier entwickelt, dass nach „eigenen Regeln“ geführt wird. So befindet sich zum Beispiel am Ausgang ein Schild „You are now entering the EU“.

Fotografieren ist im Viertel untersagt, aber das spirituelle, Hippie-Feeling kann man auch schwer in Fotos packen.

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Instagram Accounts

Vor Städtereisen schaue ich gerne auf Instagram nach lokalen Seiten um den ein oder anderen Geheimtipp mitzunehmen. Für Kopenhagen gibt es eine Fülle an Accounts, die tolle Tipps und Inspirationen bieten:

madaboutcopenhagen – Wenn ihr nur einem einzigen Account folgt, dann madaboutcopenhagen. Hier werden hauptsächlich kulinarische Tipps geteilt – die haben es in sich. Lecker!

visitcopenhagen – Der offizielle Instagram Account des Tourismusverbandes Kopenhagen. Wundervoll kuratiert mit sehr hochwertigem Inhalt und tollen Tipps

1000thingstodoincopenhagen – Ein gleichermaßen toller Account, von dem ich mir einige Inspirationen geholt habe

olivertcb – Oliver ist ein Fotograf aus Kopenhagen, der mich ab dem ersten Bild in seinen Bann gezogen hat. Perfekt zum Scrollen

 

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig von diesem ganz besonderen Kopenhagen-Gefühl mitgeben.

Die Stadt ist definitiv eine Reise wert – und das nicht nur im Sommer, sondern auch zur hyggeligen Vorweihnachtszeit.

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